MUNICH's BEST

Das baby! ist längst zu einer festen Institution im Münchner Nachtleben geworden. Der Club am Maximiliansplatz gehört zu den angesagtesten Partylocations der Stadt und versteht es sich immer wieder neu zu erfinden. Nikias Hofmann ist einer der Väter dieses Babys und kennt das Münchner Nachtleben wie kaum ein anderer.

Wie würdest Du München beschreiben?

Ich finde man sollte München nicht beschreiben, sondern eher München erleben. Dann versteht man auch die für München so typische Gemütlichkeit! Ich persönlich bin sehr froh darüber, dass München in den letzten Jahren immer mehr von seinem Dorfcharakter verloren hat und endlich die Weltoffenheit, die seit Jahren propagiert wird zum Vorschein kommt. Durch diesen neuen internationalistischen Lokalpatriotismus in Punkten Nachtleben und Lebensqualität gehört München für mich zu den Besten Positionen Bundesweit! Einfach lebenswert die Stadt. Hier geht noch was, weil eine unbändige Liebe zu Feierei herrscht. An der konservativen Bürokratie sollte man aber noch arbeiten!

Was ist das Besondere an dieser Stadt?

Speziell: Die Wiesn, Surferwelle, Biergärten, E-Garten, Munich Disco, Bussi Bussi a.k.a. Glück durch Erfolge! Generell: „No need to be perfect, when you look good“ gepaart mit „Kann man machen, muss man aber nicht machen!“

Hast Du einen Lieblingsort in München?

Mein Bett.

Wie unterscheidet sich das Münchner Nachtleben zu dem in anderen Städten?

Am stärksten wohl durch die momentan fast unheimliche Menge der Angebote – Ich kenne keine Stadt, in der so viel neu- oder wiedereröffnet wird. Spannend ist da immer die Frage Quantität oder Qualität?

Wo gehst Du in München gerne feiern, wenn Du nicht gerade in Deinem eigenen Club bist? Welche Restaurants zählen zu Deinen Hotspots?

Feiern gehe ich eigentlich gerne überall, das will ich auch so beibehalten. Jeder Laden hat seine eigene Faszination, wenn diese nur eine Nacht anhält, dann halt nur einmal! Für eine Nacht reicht‘s aber eigentlich immer! Abwechslung und Neues ist die Grundbatterie für eine gute Ausgehnacht! Regelmäßig bin ich außer im baby! eigentlich nur in der Flashbox und im Edmoses. Meine beiden Restaurantlieblinge sind das Makazaar und das Last Supper. Im Sommer auch gerne Corso.

Wenn Du einen Tag mit dem Münchner Oberbürgermeister tauschen könntest und dabei alle Möglichkeiten hättest etwas zu verändern - was würdest Du machen?

Zuallererst würde ich versuchen jungen Leute nicht so viele bürokratische Knüppel zwischen die Beine zu schmeißen, um dadurch die Angst vor eigenen Projekten und eigener Selbstständigkeit zu nehmen. Auch in München sind sie unsere Zukunft aus der Großes wachsen sollte. Also weg mit dem Lobbyismus! Außerdem fände ich es schön, wenn in München das Zustandekommen vieler toller architektonischer Projekte nicht nur in politischen Gremien und in der LBK abgeschmettert werden würde, sondern wenn man einfach mal ein paar Dinge zulässt! So kann eine Stadt vielleicht eher homogen und bürgernah wachsen! Die Münchner Kontrollwut und die Vorschriftenhörigkeit an einem Tag in Angriff zu nehmen, ist für nur einen einzigen Tag wohl zu umfangreich.

Wie würdest Du Deinen Weg ins Münchner Nachtleben beschreiben? Wie kam es dazu?

Mein Weg in das Münchner Nachtleben kam durch die Musik. Auflegen fasziniert mich schon seitdem ich 14 Jahre alt bin. Da ich das auch quasi seit dem ich 18 bin beruflich mache, war der Schritt zu Partys und einem Club nicht weit, da ich schon unabhängig von den Clubs, in denen ich gespielt habe, immer alles ein wenig anders machen wollte. Und das geht nur, wenn man es selber macht!

Das baby! gibt es nun seit 2006. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen einen eigenen Club zu eröffnen?

Ursprünglich fing alles mit unserer damaligen Veranstaltung „Die Geheime Gesellschaft“ an, die ich mit meinen beiden Partner Ayhan Durak und Daniel Laurent in München von 2000 bis 2005 gemacht habe. Das war für uns das Ideal einer Party, bei dem handausgewählte Gäste ohne Voreingenommenheit an einem unbekannten Ort zusammenkommen und gemeinsam feiern konnten. Nachdem diese Reihe zu bekannt geworden war, wurde es Zeit für eine feste Lokation – unser baby!

Welche Idee steckt hinter dem baby? Welches Konzept verfolgt Ihr?

Wir wollten einen kleinen Club mit internationalem Design und eigenem Sound machen, der für ein breit gefächertes Gästeklientel mit Sinn für Außergewöhnliches als Zuhause in der Nacht dient. Es ging uns ähnlich, wie bei der Geheimen Gesellschaft darum, möglichst viele interessante und feierbegabte Menschen zusammenzubringen, um in wohliger aber aufgehitzter Atmosphäre exzessiv der Nacht zu begegnen. Keine Beschränkungen und Grenzen, existierender Service, spezielles Design und keine ausgewiesene Tanzfläche!

Wie könnte man den typischen baby!-Gast beschreiben?

Er ist unbeschreiblich, da wir keinen speziellen Typ vor Augen haben. Unser Traumgast hat unheimlich viel Spaß mit sich selber, amüsiert seine Umgebung und nicht zuletzt auch uns! Das nennt man dann baby!-Schock-Liebe!

Was wird im baby! geboten, das es sonst vielleicht nicht gibt?

Ich denke der Hauptunterschied ist, dass immer etwas geboten ist. Es gibt keine stereotypen Nächte. Alles ist ein bisschen Wahnsinn und vieles Individuell. Dadurch wirkt der Club auch immer stimulierend, aber auch polarisierend. Und das ist auch gut so. Das schlimmste, was einem Nachts passieren kann, ist nicht amüsiert oder schockiert zu werden!

Wie sieht die Zukunft des baby! aus? Gibt es da bereits Pläne, die Du verraten kannst?

Unser Ziel war es nie einen Club für zwei bis drei Jahre zu schaffen, wie es leider viel zu oft geschieht. Unser Wunsch ist es mit dem baby! ein Klassiker der Nacht in München zu werden, der immer am Puls der Zeit bleibt. Daher stecken wir auch unsere meiste Zeit in Verbesserung und Entwicklung unseres kleinen babys, um uns immer wieder neu zu erfinden und interessant und abwechslungsreich für unsere Gäste zu bleiben. Dieses Jahr werden wir zum Beispiel endlich unseren ersten Stock eröffnen und noch einmal den Spiegelraum umgestalten.

Letzte Änderung am Montag, 30 Januar 2012 15:43

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