Was macht für Dich den Mythos P1 aus?
Das P1 ist für mich als Familie anzusehen. Der Mythos ist dadurch entstanden, dass der Gast hier ein Zuhause, ein Wohnzimmer gefunden hat. Dieses familiäre Gefühl zwischen Mitarbeitern und Stammgästen ist für mich besonders wichtig, deshalb lassen wir auch nicht jeden in den Club. Wir möchten unseren Gästen auch nicht vorschreiben, wie sie feiern sollen oder wie sie sich zu benehmen haben – bei uns geht es in erster Linie darum, Spaß zu haben und das soll der Gast auch spüren.
Wie kam es dazu, dass Du Geschäftsführer von Deutschland bekanntestem Club wurdest?
Das war eigentlich Zufall, denn ich habe vor zehn Jahren Finanz- und Wirtschaftsmathematik an der TU München studiert und habe einen Nebenjob gebraucht. Am Schwarzen Brett in der Mensa fand ich dann einen Hinweis, dass das P1 Commis de Bar sucht. Ich habe damals gar nicht so richtig gewusst, was das P1 überhaupt ist, habe dort dann aber angerufen, einen Termin zum Vorstellungsgespräch bekommen und wurde genommen. Ich habe dann gemerkt, dass mein Studiengang doch nicht das richtige für mich ist und das Studium abgebrochen. Da ich, nicht zuletzt auch durch den Job im P1, gemerkt habe, dass mich das Feld der Gastronomie interessiert und lernen wollte, wie das alles hinter den Kulissen funktioniert, habe ich begonnen Tourismusmanagement zu studieren. Mein erstes Praxissemester habe ich dann im P1-Büro absolviert und dabei die Funktionsweise des Clubs kennengelernt. Ich stieg schließlich zum Betriebsleiter auf und hatte dann die Chance Geschäftsführer zu werden.
Wie soll sich das P1 nach dem Umbau verändern? In welche Richtung soll es weitergehen?
Die Richtung war im Grunde schon immer die gleiche, denn unser Anspruch und Ziel ist seit jeher der beste Club Deutschlands und Europas zu sein. Da spielen natürlich verschiedene Faktoren zusammen, auf die wir achten müssen. Die Location wurde nun den aktuellen Bedürfnissen der Gäste angepasst und wir haben wieder sieben Tage die Woche geöffnet, so dass das Wohnzimmer für unsere Stammgäste immer verfügbar ist. Wir haben im Hauptclub nun auch eine große Tanzfläche, was uns sehr wichtig war, um Stimmung zu generieren.
Was gab den Anstoß zur Verkleinerung des Clubs?
Im Endeffekt ist der Club gar nicht kleiner geworden – die Raumaufteilung ist uns nur sehr viel besser gelungen. Der Anstoß dazu war die Entwicklung im Münchner Nachtleben, dass man unter der Woche nur noch sehr selten feiern geht. Aus diesem Grund ist das Stüberl, das unter der Woche geöffnet hat kleiner gehalten.
Was ist Dein Fazit nach den ersten Tagen des neuen P1?
Das Konzept wurde bisher sehr gut angenommen, was uns natürlich freut. So ein Umbau ist bei einem Club mit sehr vielen Stammgästen nicht immer leicht, da diese die alten Räumlichkeiten gewohnt sind. Wir konnten mit dem Umbau jedoch überraschen, sind unserer Linie treu geblieben und bekamen dafür sehr viel positives Feedback.
Wie kam es dazu, dass der Toilettenbereich so groß geworden ist?
In den letzten sieben Jahren haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Toiletten immer zu klein und ungemütlich waren. Deshalb wollten wir mehr Service und Qualität bieten. Die Frauen können nun zu zweit auf die Toilette gehen und sich durch ein Kommunikationsfenster auch in der Kabine unterhalten – die Männer haben mit den Baumstammurinalen eine Attraktion für sich.
Was hat es mit dem 3D-Sound im Club auf sich?
Als wir mit dem Design und der Einrichtung zufrieden waren, haben wir uns überlegt, was man noch bieten könnte, um den Club noch einmaliger zu machen und sind dabei auf den Sound gekommen. Neben guten DJ-Bookings kann man den Gast auch mit der Qualität des Tons begeistern und diese wollten wir zu einem einmaligen Erlebnis machen. Wir haben uns dann mit dem Fraunhofer Institut zusammengesetzt und die Audio-Spezialisten von Bose mit ins Boot geholt. Aus dieser Zusammenarbeit ist dann unsere 3D-Soundanlage entstanden.
In der Übergangslocation im Theatersaal gab es zahlreiche internationale und sehr prominente Bookings – wie sieht hierzu die Planung in Zukunft aus?
Es wird nach wie vor bekannte Bookings geben, wenn auch nicht in der vom Theatersaal bekannten Häufigkeit. Auch werden diese in Zukunft nicht mehr aggressiv beworben.
Wie kam es dazu, dass nun eine Frau an der P1-Tür steht?
Wir haben Katharina Uhr bei einer Veranstaltung im alten P1 kennengelernt und dabei festgestellt, dass sie ihren Job sehr gut macht und mit den Gästen umgehen kann. Uns war es wichtig eine Person zu haben, die mit den Menschen kommunizieren kann und diese gegebenenfalls auch freundlich abweisen kann, ohne dass sie sich schlecht dabei fühlen.
Wie sehen Deine Wunschgäste für das P1 aus?
Wunschgäste machen sich Gedanken zu ihrem Aussehen, planen ihr Outfit, haben ein Konzept dahinter und kommen in erster Linie um Spaß zu haben. Alter und Geld sind für mich nebensächliche Faktoren, viel wichtiger ist es, dass die Gäste Stimmung machen.
Wie unterscheidet sich das Münchner Nachtleben von dem in anderen Städten?
In München verwischen die Grenzen zwischen den Clubs immer mehr. Es gibt keine reinen Genre-Clubs mehr, die ein ganz spezielles Publikum haben. Es ist alles miteinander vermischt, da gibt es nur ganz wenige Ausnahmen. In Berlin ist das ganz anders, denn dort weiß man genau, in welchem Club, welche Musik läuft und welche DJs auflegen.
Was ist für Dich ganz allgemein besonders an München?
München ist für mich die beste Stadt der Welt. Im Grunde fehlt nur noch das Meer am anderen Ende des Englischen Gartens, sonst haben wir hier alles. Die Lebensqualität in München ist überdurchschnittlich hoch und das spürt man in allen Bereichen.
Wo gehst Du in München gerne etwas essen oder trinken, wenn Du einmal nicht im P1 sein möchtest?
Sehr gerne gehe ich asiatisch essen, zum Beispiel bei Chang, der nun auch das Catering im P1 macht. Auch den Austernkeller mag ich sehr und natürlich die Vielzahl an Biergärten.
