Es gibt Restaurants, die machen aus den ursprünglichsten Gerichten eine wahre Gaumenfreude, ein Erlebnis sozusagen, dass man leider nur noch sehr selten geboten bekommt. Der Berliner Grill Royal gehört zu eben dieser Gruppe und macht aus einem Stück Fleisch ein wahres Fest. Das Ganze findet in einer Räumlichkeit statt, in der es so viele Dinge mit dem Auge zu entdecken gibt, dass man beim ersten Besuch erst einmal mit der optischen Erkundung beschäftigt ist - egal ob es die Kühlschränke mit den Zutaten sind, in denen auch einmal ein großes Stück Fleisch hängt, das kleine Boot, das am anderen Ende des Restaurants steht oder die offene Küche, die einen perfekten Blick auf den Grill bietet: hier gibt es immer etwas zu sehen.
Auch die Gäste sind sicherlich eine Bemerkung wert, denn in kaum einem anderen Restaurant findet man eine solche Querbeet-Mischung, wie sie hier zugegen ist. Vom Geschäftsmann bis hin zu einer ganz bestimmten Gruppe, die man ganz treffend mit dem Begriff Kulturschickeria bezeichnen könnte. Der Edelgrill ist längst auch zu einer Art Wohnzimmer der Medien-, Mode- und Kulturbranche geworden und das ist auch kein Wunder. In der Friedrichstraße direkt am Spreeufer gelegen werden schließlich die besten Steaks der Stadt serviert und das hat sich schnell rumgesprochen. Ohne Reservierung hat man hier Abends kaum eine Chance einen Tisch zu ergattern, denn diese sind so gut wie immer ausgebucht. Um den Erfolg des Konzepts zu verstehen sollte man sich vielleicht auch die Macher ansehen: Party-Veranstalter Boris Radczun, Kunstsammler Stefan Landwehr und der Galerist Thilo Wermke haben sich hier im Jahr 2007 zusammengetan, um dieses Projekt zu verwirklichen. Allein die Mischung dieser drei Persönlichkeiten hatte zur Folge, dass das Publikum ein bunter Mix und so gesehen auch ein perfektes Abbild der Berliner Szene geworden ist. Als Berlin-Besucher sollte man sich einen Besuch im Grill Royal also keinesfalls entgehen lassen und mit ein bisschen Glück, trifft man hier sogar auf das ein oder andere bekannte Gesicht.
